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News - 28.09.2003

Frauenbank gibt Geld zurück

Weil es am Kapital fehlt, wird das Projekt vorerst gestoppt

Es sieht aus wie ein Scheitern - soll aber dennoch die Zukunft sichern: Die Gründung der Frauenbank AG ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden...

Es sieht aus wie ein Scheitern - soll aber dennoch die Zukunft sichern: Die Gründung der Frauenbank AG ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Weil insgesamt nur zehn Prozent der für den Bankstart erforderlichen fünf Millionen Euro auf dem Treuhandkonto eingingen, hat der Vorstand den Emissionsprospekt der Frauenvermögensverwaltung AG, ihrer Vor-Gesellschaft, zurückgezogen. Die knapp 400 Frauen und Männer, die bereits Aktien als Grundkapital gezeichnet haben, bekommen ihr Geld zurück.

Über die neue Form und Strategie der Frauenbank soll nun nächste Woche ein teilweise neuer Vorstand und Aufsichtsrat entscheiden. "Das Projekt ist nicht gestorben", sagt Initiatorin Angelika Huber. Man müsse allerdings Zeit gewinnen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage sei es schwierig, das Grundkapital einzusammeln - "obwohl", so Huber, "alle die Idee unterstützen". Dass die Mehrzahl der bisherigen Aktionärinnen erneut investieren würde, davon ist Huber überzeugt: "Wir haben nur zwei, drei negative Reaktionen bekommen".

Die Entscheidung, den Emissionsprospekt zurückzuziehen, fiel nach der Kündigung der Verwalterin des Treuhandkontos im Juli. Allerdings hatten sich schon durch den Rücktritt des Aufsichtsrats im Mai zu viele Fakten aus dem Prospekt geändert. Das Grundkapital zu sammeln, dafür hätte Huber noch bis April Zeit gehabt. Offensichtlich war sie aber nicht sehr optimistisch. "Es ist besser, jetzt einen sauberen Schnitt zu machen", findet Huber, die zusammen mit der Bankfachwirtin Birgit Falter im neuen Vorstand sitzt. Ihre Vorgängerin und Mitinitiatorin Astrid Hastreiter wechselt in den Aufsichtsrat und wird dort von Klaus Fleischer, Professor für Bankenrecht an der Fachhochschule, unterstützt.

frauenbank.de

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